Eigentümer nicht gleich Millionär.

Das Strausberger Vorhaben, unbefestigte Straße zu erschließen bzw. auszubauen ist sicher unstreitig, ein löbliches Vorhaben.

Das finanzielle Anliegerbeteiligung  dazu unerlässlich ist, sollte nachvollziehbar sein.

Das die Anteile bei Erschließung  90 % Anlieger und 10% Stadt und beim Ausbau 60 zu 40 % betragen, ist per Gesetz geregelt.

Real betrachtet steht für Stadt jedoch, die gesamte steuerzahlende Bürgerschaft, denn die Stadtverwaltung erwirtschaftet kein Geld es sei denn, man lässt dazu das Eintreiben von Buß- Verwarngeldern gelten.

Unter diesem Aspekt ergibt sich für den zu beteiligenden Anlieger also mehr als der festgelegte prozentuale Anteil, da er über seine normale Steuerpflicht auch in den Stadtanteil involviert ist.

Es sicher unbestritten so, dass in der DDR eine reale Vermögensbildung kaum möglich war.

Der Drang und Wunsch zur Eigentumsbildung auf dem Immobiliensektor nach 1990, konnte daher auch in unserer Region, in der Regel nur durch Kreditfinanzierung  befriedigt werden.

Nicht wenige Kreditnehmer die mit dem Mut zum Risiko zur Verschönerung unseres Stadtbildes  beigetragen haben, knabbern heute noch daran die Schuldenlast zu tilgen.

Darunter sind auch solche, die es zu ihren Lebzeiten nicht erreichen werden, lastenfrei zu sein und damit deren Erben noch zahlen müssen, wenn das Eigentum im Familienbesitz bleiben soll.

Nun war kürzlich über die Presse zu erfahren, dass die Stadtverwaltung  zahlungspflichtigen Anliegern denen die Einmalzahlung unmöglich ist, Stundung mit 6 % Verzinsung anbieten würde und dies offensichtlich noch für ein großzügiges Angebot hält.

Angesichts der Tatsache, dass gegenwärtig die Bauzinsen unter 3% teilweise unter 2,5% liegen, darf jeder für sich den Grad der Großzügigkeit bewerten.

Wer solche Zinssätze wie die Stadtverwaltung Strausberg aufruft geht davon aus, dass Eigentum gleichzusetzen ist mit Millionärsstand und vernachlässigt dessen eingedenk zu sein, welche Leistungen Eigentümer neben ihrer gesetzlichen Erfüllungspflicht  für das Gemeinwohl erbracht haben und erbringen.

Damit bewahrheitet sich einmal mehr der der Spruch,“ Undank ist der Welten Lohn“.

Wolfgang Winkelmann

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